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Radfahrer müssen nicht immer hintereinander fahren

Irrtümer über Radfahrer: Verkehrswacht klärt auf

Berlin: (mae) Immer wieder stellt sich für Verkehrsteilnehmer die Frage, wie das Miteinander auf der Fahrbahn geregelt ist. Insbesondere zum Verhältnis von Autofahrern und Radfahrern gibt es Aufklärungsbedarf. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) klärt drei populäre Irrtümer auf.

Irrtum 1: Fahrradfahrer gehören immer auf den Radweg.

Den Radweg müssen Fahrradfahrer nur benutzen, wenn er mit einem der drei blauen Radwegschilder (Zeichen 237, 240 oder 241) gekennzeichnet ist. Allerdings müssen die ausgeschilderten Radwege nur dann benutzt werden, wenn sie befahrbar und zumutbar sind.

Zeichen 237
Zeichen 240
Zeichen 241

Bedeutung

Zeichen 237: Radweg
Zeichen 240: Gemeinsamer Geh- und Radweg
Zeichen 241: Getrennter Rad- und Gehweg

Ist der Radweg durch Scherben, Mülltonnen oder parkende Autos versperrt, wird er durch Baumwurzeln und aufgeworfenen Belag für Radfahrer gefährlich, dürfen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen. Auch wenn der Radweg in eine andere Richtung führt - zum Beispiel bei Abbiegewünschen - kann sich der Radfahrer auf der Fahrbahn einfädeln.

Irrtum 2: Fahrradfahrer müssen immer hintereinander fahren.

Auch wenn es häufig sicherer ist, hintereinander zu fahren, dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, sofern sie dabei nicht den Verkehr behindern (§ 2, Abs. 4 StVO). Nach § 27, Abs. 1 StVO gelten mehr als 15 Radfahrer als geschlossener Verband.

Sie dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren - was auch für Autofahrer von Vorteil ist, da eine lange einreihige Schlange sich deutlich langsamer fortbewegt und riskanter zu überholen ist.

Irrtum 3: Musikhören auf dem Fahrrad ist verboten.

Grundsätzlich ist es erlaubt, auf dem Fahrrad Musik zu hören.

Allerdings gilt laut § 23, Abs.  1 Satz 1 StVO:
"Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass sein Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden."

Radfahrer müssen also gewährleisten, dass sie Warnsignale wie Klingeln oder Hupen hören.

Generell sollten sich Radfahrer genau überlegen, wann sie wie Musik hören - schließlich gilt das Gehör neben dem Auge als wichtige Absicherung im Straßenverkehr.

Studien ergaben, dass auch Musik in der Lautstärke eines normalen Gesprächs die Warnehmung und Informationsverarbeitung beeinträchtigt. Die Deutsche Verkehrswacht empfiehlt aus Sicherheitsgründen auf das Musikhören während des Radfahrens ganz zu verzichten.