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Drei auf einen Streich

Zunächst hatte Norbert Schliebner auch ein wenig "Bauchschmerzen", als es hieß, der Verein muss in die Karl-Liebknecht-Schule umziehen. Aber nach üblichen anfänglichen Schwierigkeiten haben sich seine Radballer schon gut in die neue Umgebung eingelebt.

Das Parkett hat es Norbert Schliebner besonders angetan. Auf diesem Belag rollen die Räder besonders gut. "Am Anfang", erinnert sich der Chef der Neuruppiner Radballer, "am Anfang" waren alle skeptisch. Die Radballer, die ihr altes Zuhause in der Rosenhalle aufgeben mussten. Und dabei ist "alt" wörtlich zu nehmen. "Was wird sich ändern?", fragten sich die Sportler vom Ruppiner Radsportclub, als es hieß, sie müssten in die Turnhalle der Karl-Liebknecht-Schule umziehen.

Skeptisch war auch das Personal der Schule. "Was sind das denn für welche, die da mit dem Fahrrad in der schönen, renovierten Halle herumsausen." Überzeugzungsarbeit musste bei Lehrern und Hausmeistern geleistet werden, das weis Norbert Schliebner noch zu genau. Der Umzugg erfolgte ja erst in den vergangenen Sommerferien. "Einen Sportlehrer haben wir aufs Rad gesetzt, damit der mal weis, was los ist."

Seit Samstag rollt es beim RRC offiziell, der erste Spieltag der Oberliga lief nahezu reibungslos über die Bühne - fast, es wurden zu wenig Bockwürste eingekauft. Aber die drei Mannschaften legten eine erfolgsversprechende Premiere hin. Erfolg versprechen auch die Aktivitäten des Vereins in Richtung Nachwuchsarbeit. In der Rosenhalle blieben die Radballer über die Jahre immer außen vor und köchelten in eigenem Saft, nun erhofft sich Norbert Schliebner einen Aufschwung durch den Anschluss an die Schule und natürlich durch die Lage im Ballungsgebiet der sogenannten Neubauten.

Der eine oder andere Jugendliche schaut doch vorbei zu den Trainingszeiten am Montag und Mittwoch. "Wir haben jetzt schon drei Kleine im Alter von acht Jahren", sagt Schliebner nicht ohne Stolz. Das sind drei mehr als in den letzten Jahren. Auch am Samstag bestaunten Nachbarskinder das Geschehen in der Halle und besonders die ulkigen Fahrräder, die nur zwei Räder, Pedalen und einen Lenker haben, und keine Bremse. Zwei kleine weiße in der 20er Größe stechen aus der Vielzahl der Erwachsenenräder hervor. Die Stadtwerke sind als Sponsoren aufgetreten, um die beiden Nachwuchsräder zu finanzieren. Immerhin kostet eins glatte 1200 Euro. "Die Stadt zeigte sich ebenfalls kulant", sagte Schliebner und deutet auf die zwei Spielfelder, die hier aufgemalt wurden. Jetzt fehlen noch zwei Tore und es kann zum Beispiel beim traditionellen Schliebner-Cup parallel gespielt werden. Das gab es 100 Jahre nicht.

Neben der Halle steht seit jeher ein Beton-Karton, vormals das Refugium der Hausmeister-Gilde, nun teilen die sich die Räume mit den Radballern ein Viertel zu drei Viertel. Auch das ging nicht ohne Reibung, aber jetzt läuft alles. Eingerichtet ist das Vereinsheim soweit, neben dem Sofa hängen die Räder am selbstgeschweißten Gestell. "Und wenn uns jetzt noch jemand Farbe sponsort", sagt Norbert Schliebner, "dann streichen wir auch außen noch."

© Dirk Becker


Ruppiner Radballer überglücklich

Unterstütung für den Radsport: Am Mittwoch übergab Guido Gerlach (Bildmitte), Vertriebsleiter der Stadtwerke Neuruppin, die zwei gesponserten Kinderfahrräder (im Vordergrund) an den Nachwuchs des Ruppiner Radsportclubs, der dann sogleich eifrig damit trainierte. Seit kurzem ist der Verein in der Karl-Liebknecht-Halle beheimatet. Jeden Mittwoch sind Kinder und Jugendliche ab 17 Uhr gern gesehen, um sich beim Schnuppertraining mal auszuprobieren.

Neuruppin (gü) Beim Ruppiner Radsportclub (RRC) herrscht derzeit Freude pur. Die Radballer fühlen sich in ihrem neuen Heimdomizil (RA berichtete) bereits pudelwohl. Darüber hinaus wächst auch die Nachwuchsabteilung. Acht Talente trainieren momentan regelmäßig unter Aufsicht der erfahrenen Übungsleiter, wie zum Beispiel Club-Ikone Norbert Schliebner, beim RRC. Seit kurzem kann auch der ganz junge Nachwuchs seine ersten Gehversuche unternehmen und "mal reinschnuppern", wie es Schliebner, gleichzeitig Abteilungsleiter im Verein, nennt.

Denn die Stadtwerke Neuruppin (SWN) haben zwei neue Kinderräder im Wert von 2400 Euro gesponsert. Am Mittwoch übergab SWN-Vertriebsleiter Guido Gerlach stellvertretend für das städtische Unternehmen die neuen Zweiräder. "Der Verein ist auf uns zugekommen. Und wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, den Radsport in der Stadt weiterhin zu erhalten und den Kinder- und Jugendsport zu fördern", so Gelach.

Der RRC war im Sommer vergangenen Jahres von der Rosenhalle in die Karl-Liebknecht-Halle umgezogen. Am Sonnabend ist der Verein dort zum ersten Mal Gastgeber eines Turniers. In der Oberliga stehen gleich drei Mannschaften aus der Fontanestadt auf dem Parkett. Beginn ist um 10 Uhr.

© Gunnar Reblin


Radball im Aufschwung

RRC Neuuruppin im neuen Domizil angekommen

Die Jugendgruppe der Neuruppiner Radballer wächst weiter.

Neuuruppin - "Wir sind hier angekommen", sagt Torsten Nagel vom Ruppiner Radsportclub. Zufrieden schaut sich Vorstandsmitglied in der Karl-Liebknecht-Schule um. Kinder spielen Fußball, während andere in Zweierteams zwischen den Radball-Toren ein Spielchen aufziehen.

Wenig Gedanken werden noch an das alte Domizil der Radballer in der Rosenhalle verschwendet. Zu gut sind die Bedingungen nun in der Mehrzweckhalle der Grundschule im Neubaugebiet Neuruppins. Fahrrad und Ball, zwei Sportgeräte, die für Kinder wie geschaffen sind. Allerdings fristete die aus dieser Kombination entstandene Sportart in der Rosenstraße eher ein Mauerblümchen-Dasein.

Seitdem nun der Ball auf dem harten Parkett im neuen Domizil rollt, hat sich bei den Kindern der Umgebung schnell herumgesprochen, dass da ein "cooler" Sport betrieben wird. Die Jugendgruppe mit dem schon wettkampferfahrenen Eric Hoppe (16) an der Spitze bis zum achtjährigen Paul Tanz, ist mittlerweile auf 14 Nachwuchssportler angewachsen. "Wir haben hier ja auch beste Bedingungen", so Torsten Nagel. Duschen, Umkleiden, Werkstatt- und Gemeinschaftsraum, alles vom Feinsten. "Die Stadt hat uns sehr unterstützt", sagt Nagel, "sonst wäre das alles nicht gegangen."

Zwei zusätzliche Fahrräder mussten angeschafft werden, die die richtige Größe für den Nachwuchs haben. Das hat der Verein schon gestemmt. Am vergangenen Samstag sollten die Neulinge schon einmal sehen, wie es im Männerspielbetrieb zugeht. Doch das angesetzte Schliebner-Pokalturnier musste verschoben werden, da einige Mannschaften absagten. Da blieben die Radballer und Anhang unter sich.

© Dirk Becker


RRC-Teams fiebern Saisonstart entgegen

Ruppiner Radsportclub nimmt mit zwei U11-Teams den Spielbetrieb auf / Oberliga-Auftakt am Sonnabend

Neuuruppin (RA) Das Auftaktturnier am Sonnabend für das erste Radball-Team des Ruppiner RC laut Jens Dreschler "der Start in eine brutal schwere Saison". Zusammen mit Partner André Nagel hat er üer Jahre das Niveau in der Oberliga mitbestimmt. "Nun müssen wir die Klasse halten können." Statt vier der Team wie im Vorjahr, stellt der RRC nur noch zwei in der höchsten Spielklasse im Land Brandenburg.

Ebenfalls in Cottbus kämpft Team II mit Olaf Lukaszewicz/Benjamin trester erstmals wieder um Punkte. Beide trainieren nicht vor Ort in Neuruppin, sondern aufgrund der beruflichen Verpflichtungen in Berlin. RRC-Ikone Norbert Schliebner schätzt für Lukaszewicz/Trester die Chancen höher ein, einen vorderen Platz belegen zu können. "Sie sind jünger, trainieren öfter. Da sollte was gehen." Schliebner sieht das Duo unter den ersten Vier.

Vor der Premiere im Spielbetrieb: Tim Wehden (links) und Lennox Zechlin kämpfen am Sonnabend beim Auftaktturnier der U11 in Ludwigsfelde erstmal für den Ruppiner Radsportclub um Punkte - jedoch nicht gemeinsam. Lennox bildet mit Leon Wagner ein Team, Tim mit Paul Tanz. Das U15-Team des Vereins hat vor dem letzten Saisonturnier noch Chancen auf den Gesamtsieg.

Etwas anders sieht die Ausgangsposition für Nagel/Dreschler aus. "Wir sind immer noch das Oldie-Paar in dieser Liga. Da spielen so viele junge Leute mit, da wird uns unsere Erfahrung das eine oder andere Mal nicht mehr helfen", vermutet Dreschler. Seit dem Jahr 2000, als er wieder mit dem Radball begann, ist Nagel sein Nebenmann. Beide arbeiteten sich von der untersten Spielklasse in die Oberliga hoch.

Heute mit 47 Jahren (Nagel) beziehungsweise 50 (Dreschler) müssen beide "oft den inneren Schweinehund überwinden". Sie machen viel für die Fitness, aber das Alter macht sich eben auf dem Rad bemerkbar. Dreschler: "Pro Spiel zweimal sieben Minuten permanent auf dem Rad zu stehen, da pumpt man schon." Daher müssen sie wieder ganz auf ihre Erfahrung zurückgreifen. Wenn wir mal 1:0 führen, ist es schwer, uns zu schlagen", weis Dreschler und fügt an: "Viele Tore schießen wir aber auch nicht." Nach Tabellenplatz acht in der Vorsaison - wobei ohne die Absage vor dem letzten Turnier, Rang drei möglich gewesen wäre, wollen Nagel und Dreschler sich in dieser Saison so gut wie möglich verkaufen.

"Abschießen lassen wollen wir uns definitiv nicht", ist Dreschler, der nach einer Meniskus-Verletzung gerade erst wieder genesen ist, nach wie vor ehrgeizig. Nach nur drei gemeinsamen Trainingseinheiten mit Kumpel Nagel gehts am Sonnabend ganz früh nach Cottbus. Spielbeginn ist um 10 Uhr. "Hoffentlich schütteln wir die Fahrt schnell aus den Beinen", will Dreschler zum Auftakt so viele Punkte wie möglich ergattern. Immerhin zwölf sind bestenfalls möglich.

Während die anderen Männer-Teams (Verbandsliga, 24. Januar / Landesliga, 28. Februar) erst später in die Saison starten, greift am Sonnabend ebenfalls die U11 des RRC erstmals in den Spielbetrieb ein. Betreuer Norbert Schliebner ist mindestens genauso aufgeregt wie seine jüngsten Schützlinge (acht Jahre). "Wir haben bei den ganz Kleinen sechs Kinder", so Schliebner. "Da haben wir vorerst zwei Team gebildet." Nun geht's beim Turnier in Ludwigsfelde erstmals um Punkte. Lennox Zechlin und Leon Wagner bilden das Team RRC I, Paul Tanz und Tim Lennox Wehden Team RRC II. "Ich bin selbst gespannt, wie sich unser Nachwuchs schlägt."

In einem anderen Altersbereich, der U15, läuft es derzeit schon prima. Beim jüngsten Verbandsliga-Turnier in Berlin wurde das RRC-Team, Joseph Schüler, Jonas El-Sirwy und Charline Anders wechseln sich stetig bei den Wettkämpfen ab, Zweiter. Siege gegen Hennigsdorf II, Luckau und Berlin stand eine Niederlage gegen Hennigsdorf I (immerhin Spitzenreiter) gegenüber. Schliebner stolz: "Aber wir sind in Schlagdistanz, haben noch alle Chancen auf den Gesamtsieg." Eine Runde ist noch offen. Der RRC liegt nur zwei Zähler hinter Hennigsdorf I.

Beim Ruppiner Radsportclub reift also Nachwuchs heran. Bei den Top-Teams der Oberliga sind die Talente vor allem in Cottbus, Koschen und Ludwigsfelde schon aufgerückt. Daher haben es Routiniers wie André Nagel und Jens Dreschler immer schwerer, sich auf dem Parkett zu behaupten. Einen Vorgeschmack auf die Herkulesaufgabe in diesem Jahr und womöglich auch in den kommenden Serien bekommen Nagel/Dreschler wohl schon am Sonnabend beim Saisonauftakt in Cottbus.

© Gunnar Reblin